13. September 2016

Rucksack"Auf, zum Schöckl!" hieß es schon ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, als das Bergsteigen und -wandern durch die Gründung der Alpinen Vereine zu einem Massenphänomen wurde. Damals wanderte man von Graz los, die Bergtour auf den Schöckl dauerte dem entsprechend lange und wurde daher gerne auf zwei Tage aufgeteilt.

Es überrascht nicht, dass schon um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert die ersten Ideen entstanden, eine Bahnlinie von Graz nach St. Radegund und weiter auf den Schöckl zu errichten. Umgesetzt wurden letztendlich die elektrische Bahn Graz – Mariatrost, deren Trasse heute zum Gutteil von der Straßenbahnlinie 1 genutzt wird, und die 1951 errichtete Seilbahn von St. Radegund auf das Schöcklplateau. Statt einer durchgehenden Bahnlinie fährt aber immerhin die Regionalbuslinie 250 im Stundentakt vom Zentrum der Landeshauptstadt zur Seilbahn-Talstation. Jedenfalls ein guter Grund, sich mit Öffis umweltfreundlich und bequem „auf, zum Schöckl“ zu begeben.

Schöckl-Seilbahn
BusBahnBim-Auskunft


Von der Postbusstation bei der Talstation zum Plateau des Schöckls ...

... bieten sich zahlreiche Wanderwege an, wie zum Beispiel der klassische „21er Weg“, der durch die Südflanke aufs Plateau führt. Oder der felsige Ostgrat. Oder – für besonders Sportliche – die Seilbahntrasse.

Wir schlagen den weniger üblichen Anstieg über die Johann-Waller-Hütte vor, der zwar etwas länger, aber dafür auch bequemer als viele andere Schöckl-Gipfelrouten ist. Zudem nützt unser Vorschlag die aussichtsreiche Westflanke, sicherlich einer der landschaftlich reizvollsten Zustiege.

Für den Rückweg gibt’s verschiedene Möglichkeiten: Am bequemsten ist die Talfahrt mit der Seilbahn, aber auch der Weg Nr. 21 führt wieder zurück zum Postbus. Zudem sind Abstiege nach Semriach (Regionalbuslinie 140) oder zum Fuß der Leber (Endstation der Stadtbuslinie 53) möglich – da wir mit Öffis unterwegs sind, müssen wir ja auch nicht zwingend zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurückgehen.


Wanderroute

Gegenüber der Einfahrt zur Seilbahnstation startet unsere Tour auf den Schöckl. Wir wandern vorerst entlang des Weges Nr. 21, der nach wenigen Minuten wieder in die Schöcklstraße einmündet. Rund 200 Meter vertrauen wir uns der Straße an, dann biegt unser Weg in der Streusiedlung Höf (Wegweiser) nach links ab und steigt, die Seilbahn querend und am Alten Jägerhaus vorbeiführend (Kreuzung Wanderweg Nr. 757), bergan, bis wir die ehemalige Schöckl-Mautstraße (Kote 1.090 m) erreichen.

Nun verlassen wir den klassischen 21er-Ansteig und folgen der Straße nach links (Wegweiser). Nach einer bequemen, rund zwei Kilometer langen Wanderung erreichen wir die Johann-Waller-Hütte; unterwegs ergeben sich aufgrund des Starkwind-Ereignisses "Paula" im Jänner 2008 immer wieder schön Ausblicke vor allem in die Oststeiermark. Neben (westlich) der Johann-Waller-Hütte beginnt der markierte Wanderweg Nr. 20a, in den wir einfädeln und hinauf zum nahen Sattel (1.289 m) bzw. zur almerischen Westflanke des Schöckls wandern. Die Westflanke gibt den weiteren Weg bis zum Westgipfel des Schöckls mit dem Gipfelkreuz (oder Semriacher Kreuz) vor, wobei die Aussicht mit jedem Schritt immer umfassender wird und uns einen willkommenen Grund zum Verschnaufen gibt.

Das Panorama des Schöckls wurde schon oft gepriesen, tatsächlich beeindrucken immer wieder die Blicke übers Grazer Bergland und Steirische Randgebirge zu den Bergen des Oberlandes (vor allem der Hochschwabgruppe und der Eisenerzer Alpen). An klaren Tagen reicht das Panorama im Süden und Südwesten bis zum Hausberg von Zagreb, der Medvednica, sowie zum Triglav, dem höchsten Berg Sloweniens. Nach dem Genuss der Rundschau spazieren wir hinüber zum Zentralteil des Schöcklplateaus, wo auch die Einkehrmöglichkeiten sowie die Bergstation der Seilbahn liegen.

Der Abstieg (Wanderweg Nr. 21) beginnt beim Stubenberghaus und führt an der Halterhütte vorbei zur Kote 1.090 m (Querung Mautstraße) und ab dort, der Aufstiegsroute folgend, zurück zu Talstation.


Einkehrstätten auf dem Schöcklplateau

Vier gemütliche Berggasthäuser laden auf dem Gipfel des Schöckls zur Einkehr ein:

  • Alpengasthof  am  Schöckl: Das geräumige Gasthaus liegt oberhalb der Bergstation und ist das ganze Jahr über durchgehend bewirtschaftet. Nächtigungsmöglichkeit.
    +43 3132 2372
    alpengasthofamschoeckl.at
  • Halterhütte: Die legendäre Halterhütte ist südlich des Gipfels etwas unterhalb des Plateaus situiert. Montag und Dienstag Ruhetag.
    +43 3132 2323
  • Stubenberghaus: Das 1890 errichtete Schutzhaus der ÖAV-Sektion Graz St.G.V. ist eine der wenigen denkmalgeschützten Schutzhütten Österreichs und stellt wohl für viele das Wahrzeichen des Schöckls dar. Das Berggasthaus wird von Mai bis Mitte November durchgehend bewirtschaftet, ansonsten ist Montag Ruhetag. Es besteht zudem Nächtigungsmöglichkeit (32 Betten).
    43 3132 21705 | +43 664 5417976
    stubenberghaus.eu
  • s´Wirtshaus  am  Schöckl: Direkt im Anschluss an die Bergstation der Schöckl-Seilbahn ist das s´Wirtshaus am Schöckl gelegen, das ebenfalls das ganze Jahr über den Besuchern des Schöckls zur Verfügung steht. Montag Ruhetag.
    +43 3132 4423

Einkehrstätten am Weg

  • Johann-Waller-Hütte: Die 1934 errichtete Schutzhütte der TVN Ortsgruppe Graz liegt in 1.160 m Seehöhe auf einer hübschen Lichtung. Sie ist das ganze Jahr über an Wochenenden und Feiertagen bewirtschaftet.
    +43 316 826 265 | +43 699 818 85 341
    www.naturfreunde-haeuser.net
  • Schöcklstube Talstation: Die Schöcklstube ist im Gebäude der Talstation integriert und bietet sich auch als Labestation nach einer Schöcklwanderung an. Montag und Dienstag Ruhetag.
    +43 3132 21653
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