Mit insgesamt 66 Millionen beförderten Personen musste die Verbund Linie, der steiermarkweite Verkehrsverbund, im Jahresvergleich 1998/99 einen leichten Rückgang der Fahrgastzahlen hinnehmen. Gleichzeitig war auf der Einnahmenseite ein erfreuliches Plus von vier Prozent zu verzeichnen.
Konnte zuletzt – von 1997 auf 1998 – steiermarkweit ein Plus von 500.000 Fahrgästen verbucht werden, so konstatierte die Statistik von 1998 auf 1999 einen leichten Rückgang um rund 300.000 Fahrgäste oder 0,5 Prozent: Steiermarkweit waren im Jahr 1999 66 Millionen Fahrgäste mit Verbundfahrscheinen unterwegs (ohne Schüler- und Lehrlingsfreifahrt, ohne Unternehmenstarife). Im Detail zeigen sich Fahrgastrückgänge in den Kernzonen Graz und Bruck/Kapfenberg. Demgegenüber stehen Fahrgastzuwächse in der Kernzone Aichfeld, im reinen Regionalverkehr und im nach wie vor wachsenden stadtgrenzüberschreitenden Verkehr von und nach Graz.
Unverändert klar war 1999 die Bedeutung der Verbund Linie als "Verkehrs-Nahversorger": Zum einen entfallen 77,3 Prozent aller Fahrten allein auf "städtischen Verkehr", und zwar in den Kernzonen Graz mit 68,4%, Leoben mit 2,5%, Bruck/Kapfenberg mit 4,4% und Aichfeld mit 1,9%. Zum anderen wurden 1999 mehr als 79 Prozent aller Fahrten zum Verbundtarif innerhalb einer Zone (ca. 10 km), fast 95 Prozent innerhalb von vier Zonen (ca. 40 km) und 99 Prozent aller Fahrten innerhalb von sieben Zonen (ca. 70 km) getätigt. Dass die Verbund Linie unverändert für die Stadt Graz und ihre Bewohner besondere Bedeutung hat, zeigt sich ebenfalls deutlich aus der Statistik: Die Fahrten in Graz allein (68,4%) oder von und nach Graz (14,3%) ergeben einen Marktanteil von mehr als 83 Prozent. Der Anteil des sonstigen regionalen Verkehrs blieb unverändert bei knapp 8 Prozent.
Beim Blick auf die Einnahmedaten für das Jahr 1999 ist eine Einnahmensteigerung gegenüber 1998 von 554 auf 576 Millionen ATS festzustellen – ein Plus von knapp vier Prozent. Zum einen zeigt darin die Tariferhöhung mit 1. Juli 1999 positive Wirkung, ohne dass eine wesentliche Abwanderung aus Preisgründen erkennbar ist. Zum einen sind beträchtliche Mehreinnahmen aus dem Verbundtarif auf der ÖBB-Schiene zu verzeichnen – ein Indiz für klare Abwanderungen vom (sich stetig erhöhenden) ÖBB-Haustarif zum attraktiveren Verbundtarif. Eine Analyse nach Fahrkartenarten im Telegrammstil: plus 9,8% bei der Halbpreis-Stundenkarte (dahinter verstecken sich Jugendliche bis 15 Jahren, Familien und Senioren), plus 4,7% bei der Vollpreis-Stundenkarte, plus 4,7 bzw. 4,3% bei Wochen- bzw. Monatskarten, plus 38,8 bzw. 22,5% bei der Studienkarte für fünf bzw. sechs Monate, plus 5,4% bei der Jahreskarte (die nach rückläufigen Entwicklungen wieder zulegen konnte). Minus 5,2% hingegen bei der Vollpreis-10-Zonen-Karte. Alles in allem bestätigen sich unsere bisherigen Beobachtungen, dass die Fahrgäste mittlerweile sehr genau kalkulieren, mit welcher Fahrkarte sie das günstigste Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielen können.
Für 1999 wurden verbundspezifische Gesamtausgaben von 335,2 Millionen ATS veranschlagt (Bund 96,7 Millionen, Land 139,1 Millionen, Stadt Graz 52,1 Millionen, 46,2 Millionen Dritte, Rest Zinserträge). Mit dem überwiegenden Anteil davon werden die Einnahmenausfälle der Verkehrsunternehmen durch den günstigen Verbundtarif gedeckt (229 Millionen ATS), ein weiterer großer Brocken (82,6 Millionen ATS) dient zur Finanzierung von Angebotsverbesserungen in der Steiermark.
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