Dass es immer schwieriger wird, die Beförderungszahlen im öffentlichen Verkehr halten oder gar auszubauen, bestätigt sich auch in der Steiermark. Zuwächse sind nur dort möglich, wo neue, gute Angebote geschaffen werden.
Der 1998 begonnene, leichte Rückgang bei den beförderten Personen (also den Fahrten zum Verbundtarif) setzte sich im Jahr 2000 fort. 64 Millionen Fahrten zum Verbundtarif wurden 2000 getätigt, im Jahr zuvor waren es noch 66 Millionen gewesen (1998: 66,3 Millionen). Die Bedeutung der Verbund Linie als "Nahverkehrs-Spezialist" bleibt jedoch unverändert: 77,5 Prozent aller Fahrten fanden in städtischen Ballungszentren statt, davon 68,8% in der Kernzone Graz, 2,5% in der Kernzone Leoben, 4,3% in der Kernzone Bruck/Kapfenberg und 2% in der Kernzone Aichfeld. Fast 80 Prozent der Fahrten wurden innerhalb einer Zone (ca. 10 km), fast 95 Prozent innerhalb von vier Zonen (40 km) und 99 Prozent aller Fahrten innerhalb von sieben Zonen (70 km) absolviert. Größte Bedeutung hat die Verbund Linie für Graz, die von 83 Prozent aller Fahrten berührt wird (städtischer Binnenverkehr: 68,8%; stadtgrenzüberschreitender Verkehr: 14,2%).
Besonders freut uns, dass entgegen dem allgemeinen Trend punktuell sehr wohl neue Fahrgäste angelockt werden können: Zählungen in Korridoren, wo Zusatzangebote von und nach Graz realisiert wurden (z. B. Regionalbus Graz-Südost, Steirertakt) brachten sehenswerte Fahrgastzuwächse zu Tage: Ein Vergleich in den Zeiträumen 3/1997 - 2/1998 und 3/1999 - 2/2000 ergab zum Beispiel von Gössendorf nach Graz ein Plus von 64,1%, von Grambach + 17,8%, von Fernitz + 15,1%, von Mellach + 13,8%, von Hausmannstätten + 12,9%, von Deutschfeistritz + 12,7%.
Der rückläufige Trend bei den Fahrgastzahlen schlägt sich erstmals, wenngleich nur sehr leicht, auch in der Einnahmensituation nieder. So wurden im Jahr 2000 insgesamt 571,8 Millionen ATS aus Fahrscheinverkäufen eingenommen, im Jahr zuvor waren es 573,8 Millionen ATS gewesen (minus 0,4 Prozent). Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass mit dem Schüleraufzahlungsmodell "101Plus" ab September 2000 erstmals Verbundeinnahmen zu Buche schlagen, die zuvor in den jeweiligen "Haustarifen" von städtischen Verkehrsunternehmen wirksam waren. Mit diesem Ergebnis liegt die Verbund Linie aber immer noch deutlich über dem Jahres 1998 (554 Millionen ATS).
Dieser Rückgang zieht sich über alle Verkehrsunternehmen und Regionen (mit Ausnahme der Kernzone Aichfeld mit einem Einnahmenplus von knapp zwei Prozent). Nach allen Analysen sind die Gründe für die nicht zufriedenstellende Entwicklung in erster Linie auf die extrem milde Witterung (ohne nennenswerten Schneefall im Großraum Graz) im Herbst/Winter 2000 zurückzuführen. Denn im ersten Halbjahr 2000 lagen die Einnahmen noch mit rund sieben Millionen ATS oder 2,5 Prozent über dem Halbjahresergebnis des Jahres 1999.
Eine Analyse der Verkaufszahl en nach Fahrkartenarten ergibt unverminderte Verkaufszuwächse bei der Stundenkarte (davon plus 6,3% bei der Halbpreiskarte, die speziell für Senioren und Familien interessant ist). Immer stärker als maßgeschneidertes Produkt stellt sich die Studienkarte heraus, zulegen konnte vor allem die Karte für sechs Monate (plus 6,7%). Ein Top-Plus verzeichnete schließlich das Freizeit-Ticket, vom dem im Sommer 2000 um 31 Prozent mehr verkauft wurden als im Jahr davor. Der begonnene Trend – weg vom Dauerkunden, hin zum Gelegenheitsfahrgast – setzte sich aber im Jahr 2000 fort.
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