Vom Grebenzenhaus über die 1. und 3. Grebenzenhöhe nach Neumarkt in Steiermark.
Uns Grazerinnen und Grazer überrascht es nicht sonderlich, wenn wir in den Zentralalpen (also südlich des Mur-Mürz-Tales) auf markante Kalkberge, wie es sie im Grazer Bergland zuhauf gibt, stoßen. Dafür ist das zum Gutteil aus karbonatischen Gesteinen aufgebaute Grazer Paläozoikum verantwortlich. Geolog*innen kennen auch das so genannte Murauer Paläozoikum, im Bereich von Murau beiderseits der Mur anzutreffen. Auch diese geologische Einheit besteht großteils aus Kalk, wobei der markanteste Bergstock des Murauer Paläozoikums die bekannte Grebenzen, zwischen St. Lambrecht und dem Kärntner Metnitzal gelegen, darstellt.
Seit dem Dezember 2022 besteht die neue 10er-Gondelbahn von St. Lambrecht auf die Grebenzen, die erfreulicherweise auch im Sommer im Betrieb ist und deren Talstation zudem von der RegioBus-Linie 885 (Neumarkt in Steiermark – St. Lambrecht – Murau) bedient wird. Ein guter Grund, dieses kleine, aber feine Bergland im Naturpark Grebenzen-Zirbitzkogel zu besuchen.
Ausgangspunkt der Wanderung ist die Bergstation der 10er-Gondelbahn (bereits auf 1.650 Meter Seehöhe neben dem Grebenzenhaus gelegen). Der Endpunkt unserer Wanderung ist der Bahnhof Neumarkt in Steiermark der Linie S8 (Klagenfurt – Friesach – Unzmarkt – Bruck an der Mur – Graz) mit Interregio-Zügen, die stündlich verkehren.
Tourbeschreibung
Wenn wir mit der Gondel in die Bergstation schweben, sehen wir kurz davor links unter uns das Grebenzenhaus, den Ausgangspunkt unserer Wanderung. Vor dem Gasthaus (einst Grebenzen Schutzhaus des ÖTK) weisen die Wegweiser auf den Weg zur Grebenzen hin. Wir steigen an der Bergstation vorbei und wandern in weiterer Folge – immer parallel zum Grebenzenlift – auf den flachen Gipfel der Grebenzen bzw. 1. Grebenzenhöhe (1.870 Meter) mit Gipfelkreuz und -bankerl. Nach dem Panoramagenuss (schöner Blick in die Nockberge sowie zu den Hohen und Niederen Tauern) folgen wir dem markierten Steigerl hinab zur hübschen Hubertuskapelle und zur Dreiwiesenhütte, idealer Rast- und Einkehrpunkt "zwischen" den Grebenzengipfeln. Apropos Gipfel: Der Besuch des höchsten Punktes, der so genannten 3. Grebenzenhöhe (1.892 Meter), zahlt sich bei Schönwetter aus: Dafür queren wir von der Dreiwiesenhütte den flachen Sattel und steigen östlich an der 2. Grebenzenhöhe vorbei zum Sattel zwischen 2. und 3. Grebenzenhöhe, von wo in wenigen Minuten das flache Gipfelplateau der 3. Grebenzenhöhe erreicht ist. Es weist lediglich ein Wegweiser knapp unterm höchsten Punkt auf diesen Gipfel hin, das Panorama allerdings umfasst alle Himmelsrichtungen.
Bis zur Hubertuskapelle wandern wir anschließend zurück, ab dort folgen wir den Wegweisern in Richtung Pöllau: Wir queren die Almwiese entlang des Zaunes und folgen dann einem Karrenweg zu einem aussichtsreichen Sporn. Gleich danach geht es an einer Hütte vorbei, weiterhin immer gut ausgeschildert, zügig bergab und am Reischberg vorbei zu einer Wegkreuzung auf ca. 1.320 Meter: Der Wanderweg nach Pöllau zweigt rechts ab, geradeaus weiter führt der Weg nach Zeutschach (Holzwegweiser). Diesem vertrauen wir uns an, wobei wir kurz darauf ein wenig auf den Weg achten müssen. Mitten während des steilen, steinigen Abschnittes zweigt ein nur mit schwachen Farbmarkierungen gekennzeichnetes Wegerl ab, das gleich darauf in eine Forststraße einmündet (dort wieder Wegweiser). Ein paar Hundert Meter schreiten wir entlang dieser Straße, dann lotsen uns Wegweiser und Markierungen hinab zum markanten Sattel zwischen Reischberg und Feichterkogel. Dort halten wir uns links, stoßen bald zu einer weiteren Forststraße, der wir wieder ein Stück entlanggehen. Alsbald kürzt ein rechts abzweigender Steig ein wenig ab und mündet nach der der Querung des Kammes wieder in die Forststraße. Hier sollte ein zweites Mal ein wenig auf den Weg geachtet werden, da Wegweiser und die erste Markierung nicht eindeutig sind. Jedenfalls nicht scharf links einbiegen, sondern den etwas versteckten Waldweg, der im flachen Winkel links abzweigt, nutzen. Über diesen, zum Schluss schon etwas morastigen Weg erreichen wir bald Teich (rechts) und Ertelbauer (links) sowie die Straße zwischen Pöllau und Zeutschach. Wir halten uns links und folgen dieser zum stattlichen Gehöft Ursprunger mit gleichnamiger Kapelle. Von der Wegkreuzung ist in Richtung Neumarkt (Wegweiser) rasch der Grasluppteich erreicht, der mit zwei lohnenden Rastplätzen ausgestattet ist – einerseits mit dem Fischerwirt und andererseits mit dem Badeplatz Grasluppteich.
Von Graslupp trotten wir schließlich entlang der wenig befahrenen Straße in einer guten halben Stunde – die vielfältige Aussicht über die Kulturlandschaft des weiten Neumarkter Sattels und zu der umliegenden Bergwelt genießend – zur Eisenbahnkreuzung, um entlang der Bahnhofstraße den Bahnhof Neumarkt in Steiermark und damit den Endpunkt unserer Wanderung zu erreichen.
Informationen
Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter
Gesamtgehzeit ca. 5 Stunden; ca. 15 km; Anstieg: ca. 300 hm; Abstieg: ca. 1150 hm
Orientierung
Freytag&Berndt Wander- Rad und Freizeitkarte 1:50.000 WK 211 Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen Murau Sölkpass
Kompass Wanderkarten-Set 23 Sölktäler, Rottenmanner Tauern, Seckauer Alpen (2 Karten) 1:55.000
Karten-Apps: Austrian Map (gratis); die Kartenapps mapy.com sowie bergfex Touren sind mit Stand Sommer 2026 für die Wanderung nicht sonderlich geeignet, da das Wegenetz im Bereich Feichterkogel unvollständig dargestellt und der Wanderweg Zeutschach – Dreiwiesenhütte nicht eingezeichnet ist.
Wegverlauf (© Dieter Fleck) | PDF
Beste Jahreszeit
während der Betriebszeiten der Seilbahn (Juni bis September)
Einkehrmöglichkeiten
Grebenzenhaus
Dreiwiesenhütte
Fischerwirt
Tipps & Hinweise
Achtung: Die Fahrplan-Apps geben bei der Verbindung Graz – St. Lambrecht ausschließlich und bei der Verbindung Neumarkt in Steiermark – Graz großteils die zeitlich etwas kürzere Strecke über die Koralmbahn und Klagenfurt an. Soll die Wanderung mit steirischen Verbundfahrkarten erfolgen, ist darauf zu achten, dass man die Route via Bruck und Leoben wählt!
Unter der 3. Grebenzenhöhe liegt das Wilde Loch, eine sagenumwobene Schachthöhle und ein Zeugnis des verkarsteten Berges (deren Eingang mit wenig Mehraufwand auch besucht werden kann – einfach den Wegweisern folgen).
Beim Gehöft Ursprunger zahlt es sich aus, die ca. 200 Meter weiter in Richtung Zeutschach gelegene Ursprungquelle Zeutschach mit schönem Rastplatz zu besuchen, ein weiterer Hinweis auf den verkarsteten Kalkstock der Grebenzen.
Ursprungquelle Zeutschach
Anreise
ServiceCenter der Verbund Linie
Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
Anreise
mit Zügen bis Mariahof-St. Lambrecht; weiter mit RegioBus 885 bis St. Lambrecht Grebenzen Talstation
BusBahnBim (Routenplaner)