Auf den "Selbstbedienungsberg": Semriach – Hochtrötsch – Frohnleiten.
Viele Berge und Ausflugsziele des Grazer Berglandes sind zwar relativ bekannt, aber dennoch nicht überlaufen. Dazu zählt auch der Hochtrötsch, zwischen Semriach, Rechberg und Frohnleiten gelegen. Der 1.239 Meter hohe Berg liegt ziemlich zentral im Grazer Bergland und sein markanter, von Süden und Norden trapezförmiger Gipfelaufbau überragt die reizvollen Kulturlandschaften zwischen dem mittleren Murtal im Westen sowie den Beckenlandschaften von Passail und Semriach im Osten und Südosten.
Wir starten mit unserer Wanderung im Markt Semriach, schreiten entlang von Wiesen nach Neudorf und an intakten Hofgruppen vorbei zum Trötschwirt, um über die Almen beim Fragnerberg und Rüsterkreuz zum Gipfel des Hochtrötsch zu steigen. In diesem Abschnitt gibt es gleich zwei Rastplätze, wo sich der durstige Wanderer gegen Entrichtung eines kleinen Obolus selbst bedienen kann: die Oidi Hulzhitt’n beim Fragnerberg sowie die Hopfenhöhle knapp unter dem Gipfel des Hochtrösch.
Nach dem Abstieg via Dürnberg und Laas endet unsere Wanderung in Frohnleiten (Bahnhof der S1 und der IR-Züge der Strecke Linz – Graz).
Tourbeschreibung
Wir starten von der Haltestelle Semriach Hauptplatz und wenden uns dem unteren Teil des Platzes zu, um rechts an der Pfarrkirche vorbei in den Gehweg einzufädeln, der hinab zur Neudorfstraße führt. Dieser schreiten wir entlang am Gasthof Jaritz und dem Freibad vorbei, um uns bei der Gabelung links zu halten und kurz darauf den Lurbach zu queren. Gleich hinter der Brücke geht es über den Kirchsteig steil am Rand einer neuen Einfamilienhaus-Siedlung hinauf zum Eichbergweg, wo wir uns rechts halten. Entlang unseres Wanderweges schreiten wir an schönen Wiesen und Bildstöcken vorbei nach Neudorf, wobei wir vor uns den Fragnerberg und links dahinter bereits unser Tagesziel, den Hochtrötsch, erkennen. Nach der netten Ortschaft Neudorf bleiben wir für ca. zwei Kilometer der Straße treu und erreichen dann den Trötschwirt, den wir für eine kleine Einkehr nutzen können.
Rund 200 Meter nach dem Trötschwirt zweigt links der Weg zum Hochtrötsch ab (dort gibt´s auch erstmals schöne Blicke ins nördliche Grazer Bergland); bald endet die Straße und ein Waldweg führt zügig bergan zur Almwiese beim Fragnerberg, wo die Oldi Hulzhitt´n situiert ist – ein hübscher Rastplatz, wo Getränke zur Verfügung stehen.
Unser Weiterweg führt rechts unterm Gipfel des Fragnerbergs vorbei, kurz darauf erreichen wir das Friedenskreuz. Wiederum wenig später stehen wir vor der nächsten Almwiese, um die wir etwas umständlich herumgeleitet werden. Gleich darauf erreichen wir den Ostrand des trapezförmigen Gipfelaufbaus. Relativ steil geht es hinauf, zweimal eine Forststraße querend, bis wir zum aussichtsreichen Rastplatz bei der sogenannten Hopfenhöhle gelangen. Wie der Name schon verrät, können wir uns auch hier mit Getränken stärken (und natürlich die schöne Aussicht ins östliche Grazer Bergland sowie zum Schöckl genießen).
Von der Hopfenhöhle ist in wenigen Minuten der Gipfel des Hochtrötsch erreicht, der zwar mit Kreuz und Bankerl hübsch inszeniert, bezüglich Aussicht aber leider eingeschränkt ist. Nach dem Gipfel müssen wir kurz sehr steil absteigen (Westseite des Trapezes), dann erreichen wir über einen schönen Waldweg die aussichtsreiche Wiese beim Winterbauer. Bei den Wegweisern fädeln wir – rechts haltend – in den Steig ein, über den wir eine almerische Wiese mit Jagdhütte und Bildstock auf einer künstlichen Ebene erreichen. Nun folgen wir der Straße abwärts, kurz darauf zweigen wir links ab und erreichen das erste Wohnhaus der Streusiedlung in Dürnberg. Über Wiesen steigen wir zum nächsten Bauernhof, ab dem wir der Straße hinab in den Brandgraben folgen. Dort können wir einmal einen Abkürzer durch den Wald nutzen; danach zweigen wir links ab und gelangen in den stimmigen Weiler Laas. Von dort geht es entlang der hübschen Allee hinab zur Rechbergstraße, über die wir zum Bahnhof Frohnleiten, dem Endpunkt unserer Wanderung, streben – es zahlt es sich unbedingt aus, über die Murbrücke weiter zu schreiten und vor der Heimreise das malerische Stadtzentrum von Frohnleiten zu besuchen.
Informationen
Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter
Gesamtgehzeit ca. 4,5 Stunden; knapp 15 km; Anstieg: ca. 550 hm, Abstieg: ca. 800 hm
Orientierung
ÖK Wanderkarte 1:50.000 Nr. 4223 Weiz
Freytag&Berndt Wanderkarte 1:50.000 WK 133 Graz und Umgebung – Region Hügelland-Schöcklland – Gleisdorf – Weiz – Raabklamm
Kompass Wanderkarte 1:50.000 Blatt 221 Grazer Bergland – Fischbacher Alpen
Karten-Apps: vor allem Austrian Map (gratis); mapy.com (gratis); bergfex Touren (tw. kostenpflichtig)
Wegverlauf (© Dieter Fleck) | PDF
Beste Jahreszeit
Prinzipiell das ganze Jahr über machbar; am schönsten im Frühling und Herbst; im Winter Spikes bzw. Grödel nicht vergessen!
Einkehrmöglichkeiten
Tiziano Café Semriach
Konditorei Pfleger Semriach
Badcafé Semriach
Gasthaus Trötschwirt
Gastronomie in Frohnleiten
Tipps & Hinweise
In Semriach liegt die spätgotische Hallenkirche am Beginn unseres Wanderweges; es zahlt sich aus, dort kurz innezuhalten.
Pfarrkirche Hl. Ägydius (Wikipedia)
Über das mittlere Murtal und damit auch über Frohnleiten weiß folgender geographische Aufsatz viel zu erzählen.
Aufsatz über das mittlere Murtal (PDF)
Anreise
ServiceCenter der Verbund Linie
Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
Anreise
mit RegioBussen 140 bis Semriach Hauptplatz
BusBahnBim (Routenplaner)