Titelsujet Wandertipp

Im unteren Übelbachtal kann über die dort angesiedelten Ortschaften einiges Interessante erzählt werden: Waldstein beispielsweise wird von einem großen Schloss dominiert, dem Domizil einer der Linien der Familie Liechtenstein. Der kleine Weiler Prenning, zwischen Deutschfeistritz und Waldstein gelegen, kann mit einem besonders interessanten Kapitel der jüngeren steirischen Geschichte in Zusammenhang gebracht werden, denn dort hat sich in der Zwischenkriegszeit um die Industriellenfamilie Feuerlöscher der so genannte „Prenninger Kreis“ entwickelt, deren Mitglieder aktiv dem NS-Regime Widerstand leisteten. Auch das benachbarte Dörfchen Zitoll ist vielen ein Begriff, und zwar aufgrund der „Citoller Tanzgeiger“, die sich einer qualitativ hochwertigen Volksmusik verpflichtet fühlen. Der reizende Marktort Deutschfeistritz, bereits am Rand des Murtales gelegen, beherbergt wiederum mit dem Kirchkogel und dem Museum im Sensenwerk zwei besondere mittelsteirische Attraktionen. Einige dieser Orte können wir mit einer relativ kurzen, aber vielfältigen Wanderung verbinden, bei der wir auch den sympathischen Poldlwirt und den weitgehend unbekannten, jedoch reizvollen Gipfel des Parmaseggkogels besuchen können. Eine weitere Attraktion des Übelbachtales, nämlich die Übelbacher Bahn, bringt uns zum Ausgangspunkt dieser Wanderung, zur Haltestelle Waldstein (S11, Peggau – Übelbach).
Endpunkt der Wanderung ist entweder Deutschfeistritz (Haltestelle Deutschfeistritz der S11) oder Peggau (Bahnhof Peggau-Deutschfeistritz der S1 Graz – Bruck an der Mur).

Achtung: Aufgrund von Unwetterschäden ist auf der Bahnstrecke Peggau-Deutschfeistritz – Übelbach (S11)  bis auf Weiteres kein Zugverkehr möglich. Es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Teilweise werden Ersatzhaltestellen bedient.


Tourbeschreibung

Von der Haltestelle Waldstein gehen wir hinüber zur Übelbacher Landesstraße, die wir bei der Volksschule erreichen. Dort wenden wir uns nach rechts und folgen der Straße wenige Meter, bis wir genau gegenüber dem Schloss Waldstein in den Arzwaldgraben einfädeln. Dem Straßerl wandern wir gut 500 m entlang, dann zweigt eine unasphaltierte Straße nach rechts (unter einem gelben Haus mit Notenschlüssel) ab, der wir uns anvertrauen. Nach steilem Anstieg und einer Kehre taucht rechts oberhalb der Straße ein Gehöft auf, bei der Kurve genau unter dem Hof weist ein versteckter Wegweiser („Poldwirt“) bei einem Stein auf den Weiterweg hin: Ein Fahrweg führt hinter dem Hof vorbei entlang des Waldrandes hinauf zum Siglkreuz, von dem sich schöne Blicke in die Umgebung ergeben.
Vom Siglkreuz zahlt es sich aus, den kurzen Abstecher zum Poldlwirt zu machen, wo wir uns stärken können. Besuchenswert ist auch die kleine Kapelle auf dem Wiesengupf hinter dem Wirt, von der wir ein umfassendes Panorama, vor allem übers Grazer Bergland, genießen können.

Wenn wir wieder zurück zum Siglkreuz schreiten, sehen wir den gelben Wegweiser „Zitoll“; diesem markierten weg vertrauen wir uns an und wandern leicht bergab zu Wiese und zum Sattel beim Raschbichler. Wir queren am Südrand die Wiese (Bildstock), immer unter dem Gehöft bleibend, bis wir bei einem Durchlass den Wald erreichen. Über einen Waldsteig erreichen wir alsbald eine Forststraße, der wir links bergab (!) fast zurück bis zum Gehöft Raschbichler folgen. Nach der Fahrverbotstafel, bei einem Bankerl, zweigt nach rechts unser Weiterweg (Gatter!) ab. Beim kommenden Teilstück können wir die wunderschönen Blicke ins Übelbachtal und zur Gleinalm würdigen, ehe wir über einen kleinen Sporn (mit Hochsitz; dort rechts halten) entlang eines Waldweges zügig hinauf bis zum Gipfel des Parmaseggkogels steigen, wo wir uns am inszenierten Gipfel (Kreuz, Buch, Stempel, Bankerl, Getränkedepot) und an der Aussicht Richtung Norden erfreuen können.

Für den Abstieg gehen wir ca. 200 Meter den Aufstiegsweg zurück, um den gut erkennbaren Fußweg (linkerhand, knapp unter dem Kamm) entlangzuwandern, bis wir zu einem Forstweg gelangen (dort wieder links halten). Über diesen erreichen wir die Wiese beim Gehöft Stoni; knapp oberhalb des Hofes mündet der Forstweg in die Güterstraße ein, entlang der wir am Stoni vorbei hinab zur nächsten Wegkreuzung marschieren. Rechterhand sehen wir eine Markierung des „Grazer Umland Weges“, den wir uns wieder kurz anvertrauen. Nach ein paar Minuten ebenen Dahinschreitens kommen wir zur nächsten (markierten) Wegkreuzung, wo wir uns leicht nach links wenden (rechts ginge es zurück zum Raschbichler), um dem gut markierten Weg vorerst zu einem Marien-Bildstock und nach kurzem Straßenstück über Wiesen und Wald hinab in den netten Weiler Zitoll zu folgen.

Von Zitoll geht es ein paar 100 Meter entlang der Übelbacher Straße Richtung Deutschfeistritz bis zum Straßerl „Am Kirchsteig“ (Gehsteig), über das wir wenige Höhenmeter bergauf zum stimmigen Ensemble der Kirche von Deutschfeistritz wandern. Der Kreuzweg bringt uns in ein paar Minuten ins Zentrum von Deutschfeistritz, wo unter anderem das beeindruckende Sensenwerk-Museum zum Besuch einlädt.

Unter der Woche können wir von der Haltestelle Deutschfeistritz die Heimreise antreten, ansonsten erreichen wir in wenigen Minuten, vorerst der Übelbacher Straße folgend und dann – nach der Murbrücke – entlang des Fußgängerweges (Fabriksweg), das Gasthaus zur Post in Peggau und den Bahnhof Peggau-Deutschfeistritz.

Für Fotos und Karte klicken Sie bitte auf das Bild!


Informationen

Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter: Gesamtgehzeit ca. 3,5 Stunden; ca. 12,5 km; Anstieg: ca. 450 hm, Abstieg: ca. 550 hm

Orientierung: großteils problemlos, obwohl zwischen Waldstein und Siglkreuz sowie auf dem Parmaseggkogel unmarkiert.
ÖK Wanderkarte 1:50.000 Nr. 4222 Leoben; Freytag&Berndt Wanderkarte 1:50.000 WK 132 Gleinalpe - Lipizzanerheimat - Leoben - Voitsberg; Kompass Wanderkarte 1:50.000 Blatt 221 Grazer Bergland – Fischbacher Alpen
Karten-Apps: vor allem bergfex Touren (tw. kostenpflichtig), da die unmarkierten Wege im Bereich des Parmaseggkogels eingezeichnet sind; mapy.cz (gratis); Austrian Map (gratis),

Beste Jahreszeit: prinzipiell das ganze Jahr über machbar, im Winter können Spikes bzw. Grödel von Vorteil sein.

Einkehrmöglichkeiten:
 Poldlwirt
 Gasthof zur Post
Café Meran Deutschfeistritz |  +43 664 88358802

Tipps/Hinweise:
 Museum Sensenwerk Deutschfeistritz | Ein museales Juwel, dessen Besuch im Rahmen dieser Wanderung problemlos unterzubringen ist. In diesem gut erhaltenen Industriedenkmal (das bis 1984 in Betrieb war) kann in den beiden Werkshallen der Weg vom Bröckl (= rohe Sensenstahlstange) zur fertigen Sense verfolgt werden.
 Schloss Waldstein
 „Der Prenninger Kreis“
 Citoller Tanzgeiger

Sonntags fährt die Übelbacher Bahn (leider) nicht, dann besteht die Möglichkeit, von Peggau mit flux nach Waldstein zu fahren.


Anreise

ServiceCenter der Verbund Linie: "Bahnhof in der City", Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
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Anreise: mit S-Bahn S11 bis Waldstein Bahnhof (dzt. Schienenersatzverkehr!)
BusBahnBim-Auskunft (auch als App): Hinfahrt

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