Kapellen – Karnsteiner Kogel – Dürrkogel – Große Scheibe – Mürzzuschlag.
Der kleine Mittelgebirgsstock zwischen Preiner Gscheid im Norden und dem Fröschnitzbachtal im Süden ist zwar nicht überlaufen, aber auch definitiv kein touristisches Niemandsland. Das überrascht wenig, grenzt ja im Osten die traditionsreiche Kulturlandschaft des Semmerings an und liegt am Südostrand der Berge das regionale Zentrum Mürzzuschlag, das neben Lilienfeld in Niederösterreich am Beginn der Entwicklung des alpinen Schisports stand.
Apropos Schisport: Auf Initiative des Mürzzuschlager Schipioniers Toni Schruf wurde auf dem Hausberg von Mürzzuschlag, der Großen Scheibe, die Scheibenhütte errichtet, und das bereits im Jahr 1897 – womit diese urige und im Kern originale Hütte eine der ältesten Schihütten im Alpenraum ist und zu den ältesten alpinen Vereinshütten in der Steiermark zählt.
Das gemütliche Bergheim sowie wunderschöne Aussichtpunkte und Panoramaplätze sind gute Gründe für einen Besuch des oben erwähnten Berglandes; konkret mit einem abwechslungsreichen Anstieg von Kapellen, wohin uns die RegioBus-Linie 189 (Mürzzuschlag – Mariazell) bringt, und einem gemütlichen Abstieg nach Mürzzuschlag (Fernverkehrshalt an der Strecke S1).
Tourbeschreibung
Wir starten bei der Haltestelle Kapellen Kirche der RegioBus-Linie 189 und folgen kurz der Straße in Richtung Preiner Gscheid bis zum Beginn des Wanderweges zur Scheibe (Wegweiser "Gr. Scheibe 3 h – Scheibenhütte"). Nach der Brücke über den Raxenbach geht es steil bergauf zu einem Güterweg, den wir gleich wieder abkürzen können. Vor dem letzten Wohngebäude führt unser Steig linkerhand weiter zügig bergan, bis wir bei einem kleinen Sattel die "Plodererwand-Bergkreuzverein Unterstandshütte" erreichen. Vom benachbarten Plodererkreuz, auf einem kecken Sporn gelegen, präsentiert sich ein beeindruckender Ausblick zur gegenüberliegenden Schneealpe sowie zur Rax. Nach dem Panoramagenuss steigen wir weiter bergan; bei einem Bankerl wird es ein wenig ebener und wir erreichen alsbald das Windloch sowie kurz darauf erneut ein Bankerl bei der Wegkreuzung in Richtung Bleiweißgrube. Wir halten uns jedoch rechts, überschreiten nach einem steilen Anstieg einen felsigen Kamm und wandern dann entlang der Schneid beim Karnsteinerkogel im stetigen Bergauf und Bergab, bis wir eine Forststraße erreichen. Ein paar Hundert Meter folgen wir dieser, bis unser markierter Weg links abbiegt. Nun geht es zügig bergauf zum Dürrkogel und zu einem großen Schlag, von dem wir erstmals einen schönen Tiefblick auf Mürzzuschlag haben. Ein letzter kurzer Anstieg liegt noch vor uns, dann stehen wir auf dem aussichtsreichen Gipfel der 1.473 Meter hohen Großen Scheibe (mit Kreuz). Unmittelbar unter dem Gipfel liegt die gemütliche Scheibenhütte des Alpenvereins Mürzzuschlag, die an Wochenenden und fast an allen Feiertragen das ganze Jahr über einfach, aber gut bewirtschaftet wird.
Für den Abstieg nach Mürzzuschlag nutzen wir weiterhin den markierten und gut ausgeschilderten Weg Nr. 822, der vorerst in den Sattel östlich der Großen Scheibe, dann sanft bergab um den Beeralplkopf herumführt, bis er in eine Forststraße einmündet, der wir ein gutes Stück folgen. Ziemlich genau auf 1.100 Meter Seehöhe zweigt unser Wanderweg links ab und es geht entlang eines schon etwas ausgewaschenen und damit auch "stoanigen" Weges, immer wieder Forststraßen querend, hinab zum Scheibenweg (einmal weist ein Schild auf 1.000 Meter Seehöhe hin). Entlang dieser Straße queren wir die Siedlung Pernreit im Abstieg, bis wir gleichsam beim Endpunkt unserer Wanderung anstehen – dem Bahnhof Mürzzuschlag. Bevor wir die Heimreise antreten, empfiehlt sich der Besuch des SÜDBAHN Museums (mit k.u.k. Caféwaggon), das vom Hintereingang des Bahnhofs in wenigen Schritten erreicht wird.
Informationen
Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter
Gesamtgehzeit ca. 4 bis 5 Stunden; ca. 12 km; Anstieg: mit Gegensteigungen ca. 850 hm; Abstieg: 800 hm
Orientierung
Freytag&Berndt Wanderkarte 1:50.000 WK 021 Fischbacher Alpen – Roseggers Waldheimat – Mürzzuschlag oder WK 022 Semmering – Rax – Schneeberg – Schneealpe
Kompass-Kartenset 210, Wiener Hausberge 1:50.000
Karten-Apps: mapy.com (gratis), Austrian Map (gratis), bergfex Touren (tw. kostenpflichtig)
Wegverlauf (© Dieter Fleck) | PDF
Beste Jahreszeit
April bis November
Einkehrmöglichkeiten
Scheibenhütte
k.u.k Caféwaggon im SÜDBAHN Museum
Gastronomie in Mürzzuschlag
Tipps & Hinweise
Die jüngere Geschichte von Mürzzuschlag ist untrennbar mit jener der Südbahn verbunden. Zur Erinnerung: Im Jahr 1844 wurde als älteste Bahnstrecke der Steiermark (und auch eine der ältesten Eisenbahnlinien Österreichs) der Abschnitt Mürzzuschlag – Graz eröffnet. 1854 wurde das technische Meisterwerk der Semmeringbahn fertiggestellt, womit die Südbahn von Wien über Mürzzuschlag und Graz bis Ljubljana durchgehend befahrbar war. Drei Jahre später, 1857, erreichte die Südbahn ihren Endpunkt, die Hafenstadt Trieste. Und in wenigen Jahren werden die Bauarbeiten am Semmering-Basistunnel abgeschlossen sein, an dessen steirischem Tunnelportal der Bahnhof Mürzzuschlag liegt.
Es ist daher mehr als passend, dass das überaus rührige und interessante SÜDBAHN Museum gerade in Mürzzuschlag beheimatet ist.
SÜDBAHN Museum
Der Hinweis auf zwei weitere Highlights der österreichischen Museumslandschaft, das WinterSportMuseum und das Brahms-Museum, darf an dieser Stelle nicht fehlen:.
WinterSportMuseum
Brahmsmuseum
Weitere Informationen über Mürzzuschlag
Anreise
ServiceCenter der Verbund Linie
Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
Anreise
mit Zügen bis Mürzzuschlag; weiter mit RegioBus-Linie 189 bis Kapellen Kirche
BusBahnBim (Routenplaner)